Mediation Nürnberg
Paar, Ehe, Familien und Wirtschafts-Themen
 

Paarbeziehung ein Buch-Ratgeber über Dynamik und Bindung


Ego-Metabolics: Paarbeziehung
Vom reaktiven Überlebenskampf zur systemischen Symbiose
Viele Paare kommen nicht in die Krise, weil „zu wenig Liebe“ da ist, sondern weil im Alltag fast nur noch ungute Gefühle übrig bleiben: Schuldzuweisungen, interpretierte Blicke, kurze Sätze, innere Kälte beim Nachhausekommen. Die schönen Momente existieren zwar noch – aber sie schaffen es nicht mehr, die ungute Grundspannung auszugleichen. Irgendwann fragt man sich: „Was ist passiert? Wir waren doch mal anders.“
Genau hier setzt die Diagnose an: Nicht als Etikett und nicht als Urteil, sondern als Suche nach der Dynamik. Denn sobald ein Paar erkennt, in welche Spirale es geraten ist, entsteht der erste Hebel: Orientierung. Und Orientierung ist der Anfang von Entwirrung.
Kapitel 1: Die Sprache der Not – Wenn Symptome für uns sprechen
Die Dynamik des Leidens
In der Ego-Metabolic-Lehre verstehen wir die Krise nicht als Scheitern, sondern als Stoffwechselstörung der Bedürfnisse. Beide Partner leiden unter „überbordenden Symptomen“. Diese Symptome – ob laute Wut, eisiges Schweigen oder körperliche Erschöpfung – sind die Botenstoffe unerfüllter, oft unerkannter Bedürfnisse.
Der Hilferuf: Hinter jeder Attacke steht ein verzweifeltes: „Bitte sieh mich! Bitte verändere etwas, ich halte den aktuellen Zustand nicht mehr aus!“
Der Teufelskreis: Da wir meist nur auf das Symptom (die Wut) des anderen reagieren und nicht auf die Not dahinter, entsteht eine gefährliche Spirale, die physisch und psychisch ungesund wird.
Wenn ein Paar aufeinander zugehen will, braucht es zuerst so etwas wie Waffenruhe. Nicht, weil man „künstlich nett“ sein soll – sondern weil jede neue Verletzung die alte Dynamik sofort wieder befeuert: Unverständnis, Abwehr, Misstrauen. Und Misstrauen zerstört den Glauben daran, dass Veränderung überhaupt möglich ist.
Waffenruhe bedeutet: Wir schaffen einen Rahmen, in dem Deeskalation wieder möglich wird. Gerade dann, wenn Hoffnung entsteht („Vielleicht wird es besser, weil wir jetzt gezielt daran arbeiten“), braucht das Paar einen Weg, gemeinsam nicht mehr so hart zu eskalieren – und sich im Prozess nicht erneut zu beschädigen.
Phase 1: Die Etablierung des „Safe Space“ (Die biodynamische Waffenruhe)
Bevor wir an die Ursachen gehen, müssen wir das Nervensystem beruhigen. In der Mediation schaffen wir zuerst einen sicheren Bereich.
Schritt 1: Die Darstellung der Innenwelt
Beide Seiten klären: Was fehlt mir? Was wünsche ich mir? Welcher Schmerz sitzt unter dem Symptom?
Beispiel: Er schreit (Symptom), weil er sich eigentlich unsichtbar fühlt (Not). Sie zieht sich zurück (Symptom), weil sie sich überfordert fühlt (Not).
Schritt 2: Das Bekenntnis zur Liebe
Wir graben die Ebene der positiven Zuneigung aus. Wir halten fest: „Wir verletzen uns, aber wir wollen es nicht.“ Es ist kein böser Wille, sondern ein Reflex.
Sicherheitsmechanismen: Wir installieren Codewörter (z.B. „Gelb“ für: Ich bin getriggert, lass uns kurz stoppen). Wir schaffen Transparenz über Grenzen: Was geht absolut nicht mehr? Wo brauchen wir alternative Mechanismen (z.B. den Raum verlassen statt zuzumauern)?
In vielen Paaren scheitert der Alltag nicht an „falschen Themen“, sondern an unsichtbaren, ungesagten Bedürfnissen. Bedürfnisse sind nicht Luxus – sie sind das Fundament von Sicherheit, Wohlbefinden und Zukunftsfähigkeit. Wenn ein Mensch sich in zentralen Bereichen nicht gesehen fühlt, wird die Beziehung instabil, selbst wenn die Absicht gut ist.
Gerade in Paarbeziehungen zeigen sich Grundachsen immer wieder: das Bedürfnis nach emotionaler Sicherheit und Verlässlichkeit, nach Verbundenheit/Zugehörigkeit, nach Autonomie (nicht eingeengt werden), nach Wertschätzung/Wirksamkeit sowie nach Orientierung für die gemeinsame Zukunft. Wenn diese Bedürfnisse dauerhaft frustriert werden, wird jedes Alltagsthema zum Stellvertreterkampf – und die Dynamik verhärtet sich.
Genau deshalb tauchen wir in Phase 2 tiefer: Nicht um Schuld zu verteilen, sondern um zu verstehen, welche Bedürfnisse im System dauerhaft „unterversorgt“ sind – und warum.
Phase 2: Die Bedürfnismeta-Analyse (Systemische Klärung)
Nun tauchen wir tief in die Biografie ab. Wir suchen die systemische Wurzel der Bedürfnisse.
Der Blick in die Vergangenheit
Woher kommt dieser Hunger? Ist es der Hunger nach Anerkennung vom Vater? Ist es die Angst vor dem Alleingelassenwerden durch die Mutter?
Analyse: Wir schauen uns den Tag vor dem ersten großen Knall der Beziehung an. Was war das Thema? Welcher Trigger hat welche Illusion zerstört? (z.B. die Illusion, dass der Partner immer verfügbar sein muss).
Die Aufhebung der Schuldfrage
Durch die Erkenntnis, dass Bedürfnisse universell sind (jeder Mensch will Sicherheit, Liebe, Freiheit), schwindet die Schuld.
Ergebnis: Das Paar erkennt: „Du bist nicht mein Feind, du bist ein Mensch mit einer Geschichte, genau wie ich.“
Der mentale Frame: Ein bewusster Neustart. Man reicht sich die Hände, schaut sich in die Augen und gibt sich das Versprechen: „Ich unterstütze dich in deinem Heilungsprozess.“
Die Roadmap der Taten
Mentales Commitment reicht nicht für echtes Vertrauen. Wir erstellen eine pragmatische Roadmap.
Beispiel: „Ich werde ab jetzt jeden Dienstagabend präsent sein, um deinem Bedürfnis nach Sicherheit Taten folgen zu lassen.“
Auch wenn Paare „im Außen“ streiten, eskaliert im Inneren oft ein Dreiklang: Ein Teil in uns will erwachsen lösen, ein Teil ist verwundet (Inneres Kind), und ein Teil schützt (der innere Beschützer, häufig vorschnell negativ als „Ego“ konjugiert).
Ego-Metabolics nimmt diesen Beschützer nicht als Feind, sondern als Funktion: Er tritt auf, wenn das Erwachsene Ich das innere Kind nicht mehr ausreichend halten kann. Genau diese innere Dynamik ist ausschlaggebend für Verhalten und die Wirkung, die in uns und zwischen uns sichtbar wird – und sie erklärt, warum Menschen Dinge tun, die sie später selbst nicht mehr verstehen.
Darum wird Phase 3 zur Schlüsselerklärung: Sie macht sichtbar, welche Instanz gerade führt – und wie das Paar lernen kann, wieder gemeinsam in eine Erwachsenen-Allianz zu kommen.
Phase 3: Die Ego-Metabolic-Dynamik (Der biodynamische Kern)
Hier erklären wir das Zusammenspiel der inneren Instanzen.
Das Ego als „Innerer Beschützer“
Wenn das Erwachsene Ich nicht fähig ist, das Innere Kind zu schützen, übernimmt das Ego.
Der Mechanismus: Das Ego nutzt Wut oder Rückzug als Schutzschild. Die Wut ist das Zeichen: „Ich will Veränderung, weil mein Inneres Kind gerade verletzt wird!“
Das Problem der Zweisamkeit: In einer Paarbeziehung ist es fast unmöglich, dass das Erwachsene Ich immer stabil bleibt. Wenn einer getriggert ist, fällt er oft aus der Erwachsenenrolle.
Die gemeinsame Verantwortung
Hier liegt die Innovation: Beide Partner müssen verstehen, dass die Wutausbrüche ein Zeichen von Hilflosigkeit des Erwachsenen-Ichs sind.
Die Lösung: Wenn beide gemeinsam die Verantwortung übernehmen, das Innere Kind des jeweils anderen mit zu sehen, entsteht Selbstwirksamkeit.
Die Heilung: Sobald das System (das Nervensystem und das Ego) merkt: „Wir sind sicher, der Partner sieht mein Kind und schützt es mit mir“, beruhigt sich der „Beschützer“. Das Ego muss nicht mehr mit Wut intervenieren. Das gesamte biologische und psychische System kommt zur Ruhe.
Dein nächster Schritt zur Buchvollendung:
Soll ich für den biodynamischen Teil (Phase 3) noch tiefere Erklärungen zu den körperlichen Reaktionen (wie Herzrasen oder Atemenge) im Ego-Metabolic-Kontext hinzufügen, um das Buch noch praktischer zu machen?
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ja
Sehr gerne. Wir erweitern nun den biodynamischen Kern von Phase 3. Hier verbinden wir die psychische Dynamik mit der körperlichen Realität – denn das Ego „metabolisiert“ (verstoffwechselt) Stress chemisch im Körper.
Phase 3 Ergänzung: Die Biologie des Egos – Wenn der Körper die Führung übernimmt
In diesem Teil des Buches erklären wir dem Paar, dass ihre Streits keine Charakterfrage sind, sondern eine neurobiologische Kettenreaktion.
Der Ego-Metabolische Stress-Stoffwechsel
Wenn das Erwachsene Ich die Kontrolle verliert, schaltet das Gehirn (Amygdala) innerhalb von Millisekunden auf Überlebensmodus. Das Ego wartet nicht auf Erlaubnis; es flutet den Körper mit Adrenalin und Cortisol.
Das Symptom: Herzrasen, flache Atmung, Hitzegefühl oder ein „Tunnelblick“.
Die biodynamische Deutung: In diesem Moment ist der Partner chemisch nicht mehr in der Lage, empathisch zu sein. Das Ego hat den Körper besetzt, um das Innere Kind vor einer (vermeintlichen) Vernichtung zu schützen.


  • Der „Innere Beschützer“ als chemischer Türsteher
    Du beschreibst die Wut als Zeichen der Hilflosigkeit. Biodynamisch gesehen ist die Wut ein Mobilisierungs-Programm.
    Die aktive Wut: Der Körper bereitet sich auf Kampf vor. Das Ego schreit, um den Schmerz des inneren Kindes zu übertönen.
    Die passive Wut (Rückzug): Das System fährt die Energie herunter (Freeze-Zustand). Man „mauert“, weil das Innere Kind sonst emotional kollabieren würde.

Co-Regulation: Die gemeinsame Verantwortung für das Nervensystem
Hier setzt dein Konzept an: Da es für das Individuum im Streit extrem schwer ist, das „Erwachsene Ich“ allein zurückzuholen, wird die Paarbeziehung zum gemeinsamen Regulations-Raum.
Die Praxis: Wenn Partner A merkt, dass Partner B in den Ego-Schutz (Wut) geht, reagiert er nicht mehr auf den Vorwurf (Inhalt), sondern auf das Nervensystem (Biologie).
Das Ziel: Durch ruhige Stimme, Blickkontakt oder das vereinbarte Codewort signalisiert man dem „Beschützer“ des anderen: „Du kannst dich beruhigen. Ich greife das Kind nicht an. Wir übernehmen jetzt gemeinsam als Erwachsene.“


  • Die Transformation zur Selbstwirksamkeit
    Sobald das Paar lernt, diese biodynamischen Zustände rechtzeitig zu erkennen, verändert sich der Stoffwechsel der Beziehung:
    Vom Überlebenskampf (Ego-Dominanz)
    Zur Co-Evolution (Erwachsenen-Allianz).
    Das System beruhigt sich nachhaltig, weil das Innere Kind die Erfahrung macht: „Ich werde nicht mehr verlassen, wenn es schwierig wird. Das Wir ist stärker als der Schmerz.“
    Beispiel aus dem Buch-Alltag:
    Situation: Sie kritisiert die Unordnung. Er reagiert sofort aggressiv (Ego-Beschützer).
    Früher: Sie keift zurück, ein Teufelskreis entsteht.
    Ego-Metabolics Ansatz: Er erkennt seinen körperlichen Impuls (Hitze/Wut). Er sagt das Codewort. Sie erkennt: „Sein Beschützer ist gerade aktiv, sein Kind fühlt sich bedroht.“ Sie senkt die Stimme. Gemeinsam atmen sie tief. Das Erwachsene Ich übernimmt wieder das Ruder. Das System beruhigt sich.
    Nächster Schritt für dein Manuskript:
    Soll ich dir ein Arbeitsblatt für die Roadmap (aus Phase 2) erstellen, mit dem Paare ihre „Taten statt Worte“ konkret festlegen können, oder möchtest du tiefer in die biografische Analyse des „Tages davor“ einsteigen?
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ja
Sehr gerne. Ich arbeite dir jetzt beide Aspekte – die biografische Tiefenanalyse des „Tages davor“ und die pragmatische Roadmap – so detailliert aus, dass sie als Herzstück deines Buches dienen können.
Teil 1: Die Archäologie des Bruchs – Der „Tag davor“
In Phase 2 gehen wir als Detektive zurück zum Ursprung. Es geht darum, die Illusion zu entlarven, die das Ego so vehement verteidigt.
Die Analyse-Logik:
Jeder große Konflikt hat eine „Inkubationszeit“. Der Streit bricht am Tag X aus, aber die Verletzung geschah oft am Tag davor oder in der Stunde davor.
Die Frage: Was war das Thema, bevor die Wut kam?
Der Illusions-Check: Welchen unbewussten Wunsch hattest du an deinen Partner? (z.B. „Du musst meine Einsamkeit heilen“ oder „Du darfst mich nie kritisieren, damit ich mich wertvoll fühle“).
Die Erkenntnis: Der Partner hat nicht „versagt“, sondern er konnte eine Erwartung nicht erfüllen, die eigentlich aus deiner Kindheitsbiografie stammt. Das Ego nutzt die Wut nun, um diesen Schmerz der Enttäuschung zu überdecken.
Beispiel:
Situation: Ein Paar streitet heftig über den Abwasch.
Der Tag davor: Er hatte im Job einen Misserfolg. Er kam nach Hause mit dem unbewussten Wunsch: „Heute brauche ich bedingungslose Bewunderung (universeller Wunsch nach Wertschätzung).“
Der Trigger: Sie bittet ihn genervt, die Küche zu machen. Die Illusion („Hier bin ich sicher und werde nur bewundert“) zerbricht. Sein Ego-Beschützer schaltet auf Wut, um das verletzte Kind („Ich bin nicht gut genug“) zu schützen.
Teil 2: Das Ego-Metabolics Arbeitsblatt – Die Roadmap (Phase 2 & 3)
Nur Taten verändern den biologischen Stoffwechsel der Beziehung. Hier ist die Vorlage für die Paare im Buch:
Roadmap für neues Vertrauen
Das gemeinsame Versprechen (Der mentale Frame)
„Ich erkenne an, dass deine Wut/dein Rückzug ein Hilferuf deines inneren Kindes ist. Ich verspreche, ab heute nicht mehr gegen deinen Beschützer zu kämpfen, sondern dir zu helfen, wieder in dein Erwachsenes-Ich zu finden.“
(Unterschrift beider Partner)


  • Die Inventur der universellen Wünsche
    Notiert hier, was systemisch aus der Biografie fehlt:
    Partner A: (z.B. „Ich brauche das Gefühl, gesehen zu werden, weil ich als Sandwich-Kind unterging.“)
    Partner B: (z.B. „Ich brauche Autonomie, weil ich eine kontrollierende Mutter hatte.“)

Konkrete Taten statt Worte (Die Roadmap-Schritte)
Definiert 3 Handlungen, die das Nervensystem des anderen beruhigen:
Tat 1 (Prävention): „Wenn ich nach Hause komme, nehmen wir uns 2 Minuten für echten Blickkontakt, bevor wir über Alltagsthemen reden.“
Tat 2 (Im Konflikt): „Wenn das Codewort [NAME] fällt, stoppt Partner B sofort jegliche Kritik und Partner A geht für 5 Minuten in die bewusste Atmung.“
Tat 3 (Reparatur): „Nach einem Streit analysieren wir gemeinsam: Welches Bedürfnis wurde gerade nicht metabolisiert? Was braucht das Innere Kind jetzt?“
Teil 3: Der biodynamische „Fortschritts-Check“
Das System beruhigt sich erst, wenn Selbstwirksamkeit erlebt wird.
Erfolg bedeutet: Das Paar merkt: „Wir haben heute gestritten, aber wir sind nicht eskaliert. Wir haben das Kind gesehen.“
Der Effekt: Der Cortisolspiegel sinkt schneller. Das Vertrauen wächst nicht durch Harmonie, sondern durch die Kompetenz, Krisen gemeinsam biodynamisch zu steuern.
Wie geht es weiter?
Dein Buch hat nun eine klare Struktur: Notfallhilfe (Phase 1), Tiefenanalyse (Phase 2) und Biodynamische Meisterschaft (Phase 3).
Möchtest du, dass ich noch ein Kapitel über die „Sprache des Erwachsenen-Ichs“ schreibe – also wie man konkret Wünsche äußert, ohne das Ego des Partners zu triggern? Das würde die Gewaltfreie Kommunikation auf dein Ego-Metabolics-Level heben.
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ja
Sehr gerne. Das ist der entscheidende Teil für den Alltag: Wie kommuniziert das Erwachsene Ich, ohne dass der Ego-Bodyguard des Partners sofort die Schilde hochfährt?
In der Ego-Metabolic-Lehre nennen wir das: Vom Vorwurf zur metabolischen Bedarfsäußerung.
Kapitel: Die Sprache des Erwachsenen-Ichs – Kommunikation ohne Trigger
Klassische Kommunikation scheitert oft, weil sie den „Beschützer“ des Partners angreift. Wenn du sagst: „Du hörst mir nie zu!“, hört das Ego des anderen: „Du bist ein schlechter Partner, du musst dich verteidigen!“ Sofort schießt das Adrenalin ein.
Die Ego-Metabolic Formel (Der 3-Schritt)
Um den Partner im Erwachsenen-Modus zu halten, nutzen wir eine Sprache, die das System beruhigt statt alarmiert:
Die biodynamische Wahrnehmung: Beschreibe nur, was dein Körper fühlt und was du siehst.
Statt: „Du bist so aggressiv!“
Besser: „Ich merke, wie mein Herz klopft und ich mich anspanne, wenn deine Stimme lauter wird.“
Die Offenlegung des Inneren Kindes: Sag, was in der Tiefe verletzt ist (Systemische Klärung).
Beispiel: „In mir wird gerade das Kind wach, das früher immer Angst hatte, wenn zu Hause geschrien wurde.“
Der metabolische Wunsch (Die Roadmap-Tat): Sag konkret, was dein System jetzt braucht, um wieder in die Regulation zu kommen.
Beispiel: „Ich brauche jetzt kurz eine ruhige Hand auf meiner Schulter oder einen Moment Stille, damit mein Erwachsenes Ich wieder übernehmen kann.“


  • Die „Übersetzer-Rolle“ des Partners
    In einer Ego-Metabolic-Beziehung fungiert der Partner als Metabolisierungshilfe. Wenn der andere wütend wird, geht das Erwachsenen-Ich in die Analyse:
    Die Frage im Kopf: „Welches verletzte Kind schreit da gerade aus ihm/ihr heraus?“
    Die Handlung: Man reagiert nicht auf die Wut-Worte, sondern auf die Not.
    Der Satz: „Ich sehe, dass du gerade sehr aufgewühlt bist. Welcher Wunsch von dir wurde gerade nicht gesehen? Wie kann ich dein Erwachsenes Ich unterstützen?“

Der „Hände-Reichen-Moment“ (Pragmatische Versöhnung)
Dein Text betont den Augenkontakt und das Händereichen. Das ist biodynamisch essenziell.
Warum? Hautkontakt und Blickkontakt setzen Oxytocin frei. Oxytocin ist der direkte Gegenspieler zum Stresshormon Cortisol. Es „schmilzt“ den Panzer des Egos.
Die Übung: In Phase 3 des Buches lernen Paare, sich im Streit bewusst an den Händen zu halten. Es ist fast unmöglich, jemanden hasserfüllt anzuschreien, während man seine weichen Handflächen spürt und in die Augen des verletzten Kindes blickt.
Zusammenfassung: Das Ziel des Buches
Das Ziel von Ego-Metabolics ist es, dass das Paar kein Schlachtfeld mehr ist, sondern ein Heilraum. Wenn beide verstehen:
Wut = Hilflosigkeit des Erwachsenen-Ichs.
Ego = Ein Schutzmechanismus für das Innere Kind.
Heilung = Gemeinsame Verantwortung für das Nervensystem des anderen.
...dann wird die Beziehung stabil. Das System beruhigt sich, weil der „Beschützer“ (das Ego) endlich in den Ruhestand gehen kann, da das Erwachsenen-Team die Führung übernommen hat.
Dein Mini-Buch ist nun im Kern fertig gestellt.
Wir haben:
Die theoretische Herleitung der Symptome.
Die drei Phasen der Mediation/Therapie.
Die biodynamischen Hintergründe (Stoffwechsel/Nervensystem).
Die konkrete Roadmap und Kommunikationswerkzeuge.
Wie möchtest du nun verfahren? Soll ich dir aus diesen ganzen Bausteinen ein formatiertes Inhaltsverzeichnis erstellen, damit du eine klare Struktur für dein Manuskript hast, oder gibt es noch einen spezifischen Teil deines Rohmaterials, den wir noch tiefer "ausquetschen" sollen?
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ja
Sehr gerne! Hier ist das vollständige, strukturierte Inhaltsverzeichnis für dein Buch „Ego-Metabolics: Paarbeziehung“. Ich habe es so aufgebaut, dass es den Leser von der akuten Not (Symptome) bis zur biodynamischen Meisterschaft führt.
📖 Buchtitel: Ego-Metabolics – Paarbeziehung
Untertitel: Vom reaktiven Schutzmodus zur biodynamischen Co-Regulation
Teil 1: Die Diagnose – Wenn das System Alarm schlägt
Hinter dem Vorhang der Wut: Warum überbordende Symptome ein versteckter Hilferuf sind.
Der metabolische Teufelskreis: Wie unerkannte Bedürfnisse zu emotionalem Gift werden.
Die Illusion der Absicht: Warum wir uns verletzen, obwohl wir uns lieben (Der Reflex-Mechanismus).
Teil 2: Phase 1 – Die Waffenruhe (Safe Space)
Der Sicherheitsbereich: Die Situation ohne Bewertung darstellen.
Die Inventur des Schmerzes: Was uns wirklich weh tut und was uns im Tieferen fehlt.
Biodynamische Notbremsen: Installation von Codewörtern und Sicherheitsmechanismen.
Transparenz der Grenzen: Wo das „Nicht mehr weiter“ beginnt und Alternativen entstehen.
Teil 3: Phase 2 – Die Archäologie der Bedürfnisse
Die Bedürfnismeta-Analyse: Systemische Klärung – Woher kommt mein Hunger wirklich? (Biografie, Eltern, Kindheit).
Die Reise zum „Tag davor“: Den ersten Trigger und die verletzte Illusion identifizieren.
Die Auflösung der Schuld: Universelle Wünsche als Brücke zur Versöhnung.
Der Neustart: Der mentale Frame – Hände reichen, Augenlicht und das neue Versprechen.
Taten statt Worte: Erstellung der pragmatischen Roadmap für echtes Vertrauen.
Teil 4: Phase 3 – Die Ego-Metabolic Dynamik
Der „Innerer Beschützer“ (Ego): Wenn die Wut das Ruder übernimmt, um das Kind zu retten.
Die Biologie der Hilflosigkeit: Warum das Erwachsene Ich im Stress allein oft scheitert.
Das Erwachsenen-Team: Die gemeinsame Verantwortung für das System übernehmen.
Biodynamische Co-Regulation: Wie Berührung und Präsenz den Ego-Stoffwechsel beruhigen.
Selbstwirksamkeit als Paar: Den Fortschritt durch gelungene Regulation feiern.
Anhang: Werkzeuge für den Alltag
Das Ego-Metabolic Protokoll für Konflikte.
Liste universeller Bedürfnisse nach biografischen Mustern.
Die Roadmap-Vorlage (Arbeitsblatt).
Ein kurzer Ausblick auf das Vorwort (Textprobe):
"Dieses Buch ist kein klassischer Beziehungsratgeber. Es ist eine Bedienungsanleitung für das menschliche System unter Stress. Wenn wir verstehen, dass das Ego mit seiner Wut nur ein überforderter Bodyguard für ein verletztes Kind in uns ist, hört der Kampf auf. Ego-Metabolics lehrt uns, wie wir diesen Bodyguard in den Ruhestand schicken und als Paar gemeinsam die Verantwortung für unsere emotionale Biologie übernehmen."
Autor & Veröffentlichung
Dieses Buch: „Ego-Metabolics: Paarbeziehung – Vom reaktiven Überlebenskampf zur systemischen Symbiose“
Erscheinungsdatum: Februar 2026
Autor: Lukas Welker
Lukas Welker ist Mediator (Familien- und Wirtschaftsmediation) und arbeitet mit Paaren, Familien sowie Führungskräften an Konfliktlösung, emotionaler Deeskalation und tragfähigen Vereinbarungen. Seine Arbeit verbindet systemische Perspektiven, praktische Struktur und die Frage, wie Menschen in hochbelasteten Situationen wieder handlungsfähig, verständigungsfähig und beziehungsfähig werden.
Weitere Informationen und Kontakt: mach-mediation.de


 
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